
|
Edingen - aus Geschichte und Gegenwart
Edingen tritt im Jahre 765 erstmals urkundlich als Besitz des Klosters Lorsch auf. Die erste schriftliche Nachricht, die die Existenz und den Namen Edingens bezeugt, ist im Codex Laureshamensis, dem Lorscher Codex, überliefert. Am 17. November 765 schenkten Machelmus und seine Frau Herlindis dem Kloster Lorsch an der Bergstraße, das 763 gegründet worden war, ein Gut „in Eddingero Marca“.
An insgesamt 33 Seiten des Lorscher Codex, der heute im bayrischen Hauptstaatsarchiv in München aufbewahrt wird, ist Edingen im Zusammenhang mit Landschenkungen genannt. Die Urkunden lassen erkennen, dass Edingen in der Mitte des 8. Jahrhunderts zu den reichsten Gemeinden des Lobdengaues zählte. Damals bestand auch schon eine Kirche, die dem Heiligen Martin geweiht war. Sie ist als Geschenk des Bischofs von Worms erstmals im Jahr 798 genannt.
Es ist davon auszugehen, dass Edingen als Siedlungsgebiet auf dem fruchtbaren Neckar-Schwemmkegel schon wesentlich früher in Form eines Dorfes existiert hat. Schon Kelten und Römer hatten den Rhein-Neckar-Raum wegen seiner günstigen Lage, seines milden Klimas und seiner Fruchtbarkeit besiedelt. Funde, auch auf Edinger Gemarkung, bestätigen diese historische Besiedlung. Das 2000jährige Ladenburg war die bedeutendste Siedlung in jener Zeit. Im Jahr 496 drängten die Germanen die Römer aus unserem Raum. Alemannen und Franken wurden heimisch. Die Christianisierung und Gründung der Klöster war für die geschichtliche Entwicklung unserer Region von großer Bedeutung.
Das alte Dorf Edingen lag in seiner Gesamtheit tiefer als die heutige Bebauungsweise vermuten lässt. Das geht aus einer Lagenbeschreibung der alten Kirche, deren Errichtung in das 9. Jahrhundert zurückgereicht, hervor. Dort heißt es, die Kirche liege 1 ½ Schuh tiefer als die Hochstraße, die von Heidelberg nach Mannheim zieht. Es ist wohl anzunehmen, dass das Dorf auch nicht höher lag als die Kirche. Diese Tatsache bildete aber eine ständige Gefahr für das Leben und die Sicherheit der Bewohner Edingens. Bei Hochwasser wurde das tiefliegende Dorf jeweils von den Fluten des Neckars unter Wasser gesetzt und die Bewohner zum Verlassen der Häuser gezwungen. |